Editionsplattform Bernoulli-Euler-OnLine (BEOL)

BEOL-Logo

Diese umfangreiche und vielfältige Editionsplattform zielte ursprünglich darauf ab, das gesamte wissenschaftliche Erbe – die gedruckten Werke, den handschriftlichen Nachlass und die Briefwechsel – der Mathematiker aus der Familie Bernoulli und Leonhard Eulers digital und open-access zugänglich zu machen. Sie sollte der wissenschaftshistorischen Forschung ein effizientes und flexibles Werkzeug zur Verfügung stellen, das durch neue Erkenntnisse laufend ergänzt und erweitert werden kann. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Aufwand und die Kosten dieser Plattform sehr hoch sind und die Möglichkeiten der Bernoulli-Euler-Gesellschaft weit übersteigen. 

Zur Zeit wird die Plattform von Sepideh Alassi vom Digital Humanities Lab betreut und betrieben. Man findet dort unter anderem eine genuin digitalen Edition von Jacob Bernoullis wichtigem wissenschaftlichen Notizbuch Meditationes und seinem Reisbüchlein.

In diesem sehr umfangreichen und vielfältigen Projekt ging es ursprünglich um die digitale Publikation der gesamten Euler- und Bernoulli-Werke auf einer modernen Editionsplattform. Sie solltre dem wissenschaftshistorischen Forscher ein effizientes Werkzeug zur Verfügung stellen, das flexibel aufgebaut ist und durch neue Ergebnisse laufend ergänzt und erweitert werden kann. Eine solche Plattform stellt enorm hohe Ansprüche an die Qualität der Digitalisierung, an die interne Vernetzung, die Verschlagwortung und auch die Betreuung.

Eine moderne digitale Edition bietet enorme Vorteile gegenüber einer klassischen Edition in gedruckter Buchform, insbesondere für die historische Forschung. Zunächst eröffnet die digitale Speicherung effiziente Suchmethoden, die es auch aussenstehenden Experten erlauben, umfangreiche Texte systematisch zu durchsuchen und neue Zusammenhänge aufzuspüren. Dazu kommt die Möglichkeit der Verlinkung der verschiedensten Dokumente, etwa der Transkriptionen mit den Originalen, aber auch der Werke mit den damit zusammenhängenden Briefen und den entsprechenden Ausschnitten aus den Notizbüchern. 

Weiter spielt der ,,modulare’’ Aufbau der Edition eine zentrale Rolle. Die neuen Resultate werden sukzessive aufgeschaltet, die Datenbank wird laufend erweitert und ergänzt, und die Forschungsergebnisse stehen der internationalen Forschergemeinschaft unmittelbar zur Verfügung. Eine solche Struktur erlaubt einen sehr flexiblen Einsatz der Mittel, sofern die personellen Ressourcen vorhanden sind. Ebenso kann man leicht externe Forschungsergebnisse aus der weltweit tätigen Forschergemeinschaft einbeziehen. Die Planung der Edition und die langfristige Sicherstellung der Daten und Dateien bilden allerdings eine sehr grosse Herausforderung.

Die erste Phase des Projektes ist abgeschlossen, und eine erste Version der Plattform ist aufgeschaltet und öffentlich zugänglich. Sie enthält zur Zeit den Briefwechsel von Leonhard Euler mit Christian Goldbach (Band IVA/4 der Opera Omnia) und mit Condorcet und Turgot (Pilotprojekt), einen Teil des Bernoulli-Briefwechsels, wo man auch die Originale der Briefe einsehen kann, Jacob Bernoullis Meditationes (wissenschaftliches Notizbuch mit Originalen, Transkriptionen und Übersetzungen in Deutsch und Englisch), und auch sein Reisbüchlein

Nach oben